Tag 8: Von Taizé über Cluny nach Paray-le-Monial

Motto: Übergangsetappe mit Auf und Ab auf der Route der Benediktinerklöster

 

Heute ist der Startrhythmus an die Abläufe in Taizé angelehnt, d.h. Duschen und Packen um 7 Uhr, 8 Uhr in die Kirche mit Morgengebet und dann Frühstück am Zelt F (Erwachsenentreffpunkt) nach 9 Uhr. Übrigens, wer es geschafft hat, mit dem einzigen Besteck = Löffel ein Baguettebrötchen zu schneiden, mit Butter zu bestreichen und mit Schokolade zu belegen, und das alles balancierend auf den Knien mit Tablett – der war in Taizé! Das ist ein Lebensgefühl, mit einfachen Mitteln trotzdem glücklich und zufrieden zu sein, und kann der Entschleunigung dienen. Das bin ich an dem Morgen und ich verabschiede mich von meinen Zimmerkollegen Pierre und Thierry und besorge mir das für 10 Uhr bestellte Lunchpaket.

Vom „Taizé-Hügel“ geht’s runter auf den Voie Verte Richtung Macon, den ich nach 10 km in Cluny verlasse. Die Besichtigung heute Morgen dient nur der Dokumentation, da ich/wir hier schon oft gewesen sind.

Weiter geht’s, so steht’s im Höhenplan der Route, auf der touristischen Nebenstrecke nach Charolles, und das mit voller Wucht. Von 200 m Höhe in mehreren Wellen rauf bis auf 503 m. Innerhalb von 20 km habe ich dann heute schon 550 Höhenmeter gemacht – und das bei 20 Grad und voller Sonne. Unterwegs gibts Esel am Wegesrand und einen weiten Blick auf die Ausläufer des Zentralmassiv. Bei 40 km lege ich am Straßenrand die Mittagspause ein und das Lunchpaket wird incl. der Chips vertilgt – Super Combi – aber ein Radfahrer hat ja Salzverluste zu beklagen!

Nach ca. 50 km ist Charolles erreicht. Hier sind neben der sehenswerten Kirche auch Reste der Burg des Grafen Charles Téméraire von Charolais (15.Jh.) zu sehen. Das ist im deutschen Geschichtsunterricht „Karl I. der Kühne“ gewesen und der ist mir ja auf den Etappen 1 + 2 schon als Namensgeber für den Radweg an der Mosel bis Nancy begegnet.
Aber hier kommen auch die nicht unbekannten „Charolais-Rinder“ her.

In Paray-le-Monial war ich auch schon einmal im Rahmen einer Taizé-Freizeit. Vor mir steht jetzt das erhaltene „Ebenbild“ der heute nur noch in Resten erhaltenen Klosterkirche Cluny – die Basilika Sacré Coeur – vor mir. Sie ist eine der am meisten in Frankreich besuchten Pilgerkirchen (Herz-Jesu Verehrung). Eine Besonderheit ist das Deckenfresko in der Apsis mit dem segnenden Christus. Aber auch die modernen Leuchter und insgesamt das Umfeld zeigen eine sehr ausgewogene Abstimmung zwischen Historie und Moderne. Das Ortsbild wirkt für franz. Verhältnisse sehr aufgeräumt, sauber und tlw. liebevoll gestaltet – der Ort ist einen Besuch wert.

Schnell habe ich mein AirBnB gefunden. Leider haben aber am Ostermontag alle Geschäfte in Frankreich geschlossen – warum soll das auch anders sein wie bei uns. So organisieren mir meine „Herbergseltern“ Julia und Nino eine Pizza ToGo und es gibt auch noch ein Schlückchen Weiß- und Rotwein „regional“ dazu.

Es waren im Übrigen heute 68 km und 881 Höhenmeter bei einem Durchschnitt von 15 km/h.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert