Auf der alten Vennbahn in die Eifel

Die Jugendherberge Monschau-Hargarten

Es gibt heute Morgen erst um 8 Uhr Frühstück. Ich lasse mir Zeit, da die Strecke heute nach Blankenheim-Dollendorf 76 km lang ist. Dabei ist es schon spannend, im Speisesaal 12 Kindern (6-10 Jahre) beim Frühstück zuzuschauen. Am Nachbartisch sitzen die 7 Väter und lassen es sich augenscheinlich entspannt munden. Das sieht alles nach einer gelungenen Vater-Kind Aktion aus.

Mit 2 Brötchen und Obst im Rucksack gehts auf regennasser Straße los. Bei der Abfahrt in den Serpentinen ist es ganz schön frisch (14 Grad), aber das wird wettgemacht bei dem Anstieg hoch auf den Vennbahnradweg. Nach einer Viertelstunde bin ich oben und froh, dass heute zum ersten Mal meine ärmellose Radfleece-Jacke von Vaude im Einsatz ist – und diese ziehe ich auch erst wieder bei Ilse und Herbert zu Hause in Dollendorf aus.

Diese Rastplätze am Radweg wiederholen sich an allen ehemaligen Haltepunkten – um 9 Uhr ist aber bei dieser Witterung noch kein Bedarf.

Der nächste Bahnhaltepunkt ist spannend. An der Straßenquerung gehts nach Belgien, der Bahnhof heißt Kalterherberg/D und Küchelscheid/B und hier beginnt eine parallele Draisinenstrecke auf 7 km bis Sourbrodt/B.

Die Wolken am Himmel ziehen schnell. Mal ist es hell, sonnig und warm, mal ist es zugezogen, dunkel und kühl. Der Gegenwind ist immer noch da und ich fange an, an den Armen ein wenig zu frieren. also ziehe ich meine Armlinge an und das ist dann schon angenehm. Aber es geht ja immer noch den Berg hinauf. Die 600 m Höhe ü. NHN sind bald erreicht. Hier hat auch eine besondere Rinderrasse ihr Zuhause.

Die Draisinenstrecke ist noch da
In Sourbrodt steht eine historische Gleiswaage
Freilichtmuseum am Croix Marquet

Nun geht es wieder etwas hinab und wieder hinauf in Richtung der Gleisharfe vor Waismes. Hier beginnt dann der RAVeL 45a auf der früheren Nebenstrecke in Richtung Deutschland. Und da will ich ja heute hin. Nach telefonischer Rücksprache mit Herbert kommt er mir auf diesem Radweg entgegen.

Ab hier ist auf einmal der Wind weg – nein er drückt mich voran.

Meine Pause lege ich in Höhe der Freizeitanlage Worriken in Bütgenbach ein. Hier waren wir schon oft im Rahmen der Fairplay-Tour zu Gast bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das ist im Übrigen eine tolle Anlage mit Freizeitsee usw. Ich lasse es langsam angehen, da das Ziel heute bereits gegen halb Drei erreicht sein wird.

Die nächste Attraktion ist in Buchholz ein Dampflok-Wasserkran – und der höchste Punkt kommt noch.
100m vor der Grenze ist es dann soweit: 621m ü. NHN an der Wasserscheide

Ab der Grenze bin ich auf dem Kylltalradweg. Hier ist es nicht anders wie auf den vergangenen 12 Tagen. Der Borkenkäfer schlägt überall zu und der Fichtenbestand ist extrem gefährdet in Europa. Das ist schon bedenklich im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Die Kronenburg am Kronenburger See in NRW

Der Radweg wechselt hier die Landesgrenze hin und her zu RLP und NRW und dann ist Herbert schon in Höhe von Stadtkyll da und wir fahren gemeinsam über Nebenwege und kleine Straßen bis nach Dollendorf.

Hier werde ich von Ilse und der Hündin Mara begrüßt. Der Nudelauflauf mit Beilagensalat ist hervorragend. Herbert schlägt vor, dass wir noch einmal nach Vogelsang fahren – hier waren vor fast 10 Jahren mit der Fairplay-Tour zu Gast. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zum Champions League Finale Paris – München.

Architektur der NS-Zeit – heute Vogelsang IP

Vogelsang liegt in der Nähe von Schleiden hoch über der Urfttalsperre und dem Rurstausee inmitten des Nationalparks Eifel. Er wird heute als internationaler Platz für Toleranz, Vielfalt und friedliches Miteinander entwickelt und ist Ausstellung, Kultur und Zentrum für Bildung.

Es sollte ab 1937 als eine Ordensburg des Regimes für die Rekrutierung von einer jungen neuen Führungsriege unter dem Titel „Bestimmung: Herrenmensch“ gebaut werden. Es ist nicht zur Fertigstellung gekommen – die Geschichte ist bekannt.

Neue Ausstellung im Adlershof
Beispiel für das, was sein sollte
Naturpark Eifel – ein sensationelles Panorama

 

kj-run

• ich bin 1957 in Konz am Zusammenfluss von Saar und Mosel geboren • lebe im Ruhestand mit meiner Familie im Konzer Tälchen • bin DLV-Fachbereichsleiter für die Streckenvermessung von Straßenläufen • laufe lang und weltweit - All-Terrain bis Marathon • toure mit dem Fahrrad durch unser grenzenloses Europa • suche und nutze den fotografischen Augenblick

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