kajo-reiseblog.de https://kajo-reiseblog.de bewegen • aufbrechen • unterwegs • innehalten Sun, 08 Nov 2020 19:02:12 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.5.3 https://i1.wp.com/kajo-reiseblog.de/wp-content/uploads/2020/10/1984-09-01_1361_Ramses-Web-Icon.jpg?fit=32%2C32&ssl=1 kajo-reiseblog.de https://kajo-reiseblog.de 32 32 171028419 Virtuelle Fairplay-Tour geht mit Spendenübergabe zu Ende https://kajo-reiseblog.de/2020/11/08/virtuelle-fairplay-tour-geht-mit-spendenuebergabe-zu-ende/ https://kajo-reiseblog.de/2020/11/08/virtuelle-fairplay-tour-geht-mit-spendenuebergabe-zu-ende/#respond Sun, 08 Nov 2020 18:51:56 +0000 https://kajo-reiseblog.de/?p=2392 Am 28. Oktober konnten wir, Klaus Klaeren, Herbert Ehlen und ich den Erlös der wg. der Corona-Pandemie virtuell stattgefundenen Fairplay-Tour 2020 überreichen. Im Trierischen Volksfreund am 06. November 2020 wurde die Übergabe der Spende in Höhe von 17.003 EUR an Minister Roger Lewentz veröffentlicht. Mein Dank gilt nochmals allen Teilnehmern am Saar-Mosel-Sauer Marathon am 28.06.2020. […]

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Am 28. Oktober konnten wir, Klaus Klaeren, Herbert Ehlen und ich den Erlös der wg. der Corona-Pandemie virtuell stattgefundenen Fairplay-Tour 2020 überreichen. Im Trierischen Volksfreund am 06. November 2020 wurde die Übergabe der Spende in Höhe von 17.003 EUR an Minister Roger Lewentz veröffentlicht. 

 

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Die Camino-Rundreise geht zu Ende https://kajo-reiseblog.de/2020/08/24/die-camino-rundreise-geht-zu-ende/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/24/die-camino-rundreise-geht-zu-ende/#respond Mon, 24 Aug 2020 21:02:07 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/24/24-08-die-rundreise-hat-eine-ende/ Zuerst ist es an diesem Morgen wie immer. Ich stehe kurz vor dem Handy-Wecker auf und habe dann bereits um 6:30 Uhr meine Taschen vorbereitet, um das Fahrrad aufzurüsten. Meine „Herbergsmutter“ Ilse – sie ist ja auch unsere „Fairplay-Tour Mutter“ – hatte das Enkelzimmer als Übernachtung für mich hergerichtet – Danke Ilse. Nach der Toilette […]

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Zuerst ist es an diesem Morgen wie immer. Ich stehe kurz vor dem Handy-Wecker auf und habe dann bereits um 6:30 Uhr meine Taschen vorbereitet, um das Fahrrad aufzurüsten. Meine „Herbergsmutter“ Ilse – sie ist ja auch unsere „Fairplay-Tour Mutter“ – hatte das Enkelzimmer als Übernachtung für mich hergerichtet – Danke Ilse. Nach der Toilette ist Frühstück angesagt. Für mich gibt Brötchen, Schinken, Käse und Ei (2 Brötchen für unterwegs) und Herbert isst traditionell Brot mit Nusspli. Wir starten um 7:40 Uhr, denn für mich sind es heute 116 km. Herbert will mich bis etwa Kyllburg begleiten und dann nach ca. 100 km wieder zu Hause angekommen.

Herberts Fahrrad ist ein Pino mit E-Motor von dem Hersteller Hase. Ich werde in Trier am Dom ein junges Pärchen treffen, die mit diesem Fahrradtyp von Karlsruhe über Luxemburg nach Koblenz unterwegs sind.

In einer geringfügig geänderten Streckenführung fahren wir von NRW über das Gewerbegebiet Wiesbaum und Birgel (hist. Wassermühle) in die Vulkaneifel nach Gerolstein.

Vor uns ist die Kasselburg bei Gerolstein zu sehen. Dort ist ein toller Greifvogelpark zu besichtigen.

Die Temperaturen starten heute Morgen mit 11 Grad – das ist schon frisch – aber die Wellen in der Strecke und die Ärmlinge halten warm. An den Westeifelwerken und Gerolsteiner gehts vorbei auf den Kylltalradweg in Richtung Birresborn. „Birgisburias“ heißt gute Quelle (Born) und wird erstmals im 8. Jahrhundert erwähnt.

Kulturpavillon „Lindenquelle“ am Kylltalradweg

Der Radweg entlang der Eisenbahnstrecke Trier-Jünkerath-Köln bietet einige Überraschungen, für kulturell Interessierte, für Pilger und für Radfahrer.

Auch der Kylltalradweg führt wie alle Wege nach Rom 😂
Bertradaburg in Mürlenbach (heute mit Ferienwohnungen)
Ein Hist. Relief in einer Hauswand mit dem Motiv der Kreuzigung Jesu in Mürlenbach
Brückenheiliger Nepomuk in Sankt Thomas

Nach Kyllburg (km 50) dreht Herbert sein Rad und wir verabschieden uns. Es ist für mich immer eine Bereicherung mit dem Erfinder der Fairplay-Tour unterwegs zu sein. Es gibt so viel Motivation, wie er Menschen für eine Sache und für einen fairen Umgang miteinander und in der Gesellschaft begeistern kann, auch immer mit dem Motto „Locker bleiben aber nicht locker lassen“. Danke für Alles – Herbert. Wir wünschen uns gute Fahrt und ich fahre durch den 181m langen Dechen-Tunnel. Was liegt wohl dahinter?

Blick auf die Kyllburg von der Wilsecker-Linde

Zwischen diesen beiden Bildern liegt die Radfahrer- Herausforderung mit dem 1 km langen Anstieg auf die Wilsecker Höhe – 13% Steigung!

Herbert‘s Motto: Ich kann das schaffen, und auch mit diesem Gewicht klappt’s – allerdings auf dem letzten Ritzel. Eine Frühstückspause mit Brötchen und süßem Leckerli von Ilse ist der Lohn.

In rasanten Abfahrt gehts runter nach Wilsecker und weiter entlang der Kyll – es sind ja noch ca. 65 km vor mir. In Wellen gehts durch Hüttingen, Philippsheim, Auw und Daufenbach. Ein paar Highlights – ohne Kommentar.

Ein kurzer heftiger Anstieg kurz vor Kordel ist die letzte Herausforderung. Ab Kordel gehts auf die Straße, da der Weg an der Burg Ramstein gesperrt ist. Die gibts dann als Panoramasicht von der B 422 nach Trier-Ehrang.

Über Ehrang, Pfalzel, Moselbrücke Pfalzel und das Gewerbegebiet an der Metternichstraße führt die direkte Strecke zum Dom. Hier erhalte ich den vorletzten Pilgerstempel und meine Urkunde. Nachdem ich im Dom dem Heiligen Rock die Ehre erwiesen habe gehts zum Grab des Apostels Matthias und hier schließe ich für die Tour mein Pilgerbuch.

Trierer Dom
St. Matthias

Es sind 42 Pilgerstempel in meinem Ausweis. Es waren 13 Etappen ohne Unfall, Panne und Probleme. Nach 76 Stunden und 5 Minuten im Sattel liegen auf meiner ersten Pilgerreise 1.291 Kilometer hinter mir. Der niedrigste Punkt war in Düsseldorf mit ca. 50m ü. NHN und der höchste Punkt im belgischen Hohen Venn auf dem Vennbahnradweg mit 621m ü. NHN an der Wasserscheide Mosel-Maas. Mein bepackter Drahtesel und ich haben insgesamt 8.695 Höhenmeter in Anstiegen überwunden.

Die Erlebnisse und Eindrücke, die ich erleben durfte, habe ich versucht kurz und prägnant niederzuschreiben. Es ist für mich der Rahmen, die Erinnerungen an die Gespräche, die schwierigen und die schönen Radfahrererlebnisse wach zu halten.

Danke
• an meine Familie für die Begleitung in Freude und in Sorgen,
• an die Freunde und Interessierten, die mich über den Blog und auch sonst gerne begleiten,
• an die Freunde, Pilger- und Jugendherbergen, und die freundlichen Menschen bei airbnb, die mir in den 13 Tagen Unterkunft gaben
insbesondere an Heidrun und Hermann, Karin und Udo, Alois, Ilse und Herbert.

Ultreïa

Karl Josef

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Auf der alten Vennbahn in die Eifel https://kajo-reiseblog.de/2020/08/23/auf-der-alten-vennbahn-in-die-eifel/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/23/auf-der-alten-vennbahn-in-die-eifel/#respond Sun, 23 Aug 2020 21:29:50 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/23/23-08-auf-der-vennbahn-in-die-eifel/ Es gibt heute Morgen erst um 8 Uhr Frühstück. Ich lasse mir Zeit, da die Strecke heute nach Blankenheim-Dollendorf 76 km lang ist. Dabei ist es schon spannend, im Speisesaal 12 Kindern (6-10 Jahre) beim Frühstück zuzuschauen. Am Nachbartisch sitzen die 7 Väter und lassen es sich augenscheinlich entspannt munden. Das sieht alles nach einer […]

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Die Jugendherberge Monschau-Hargarten

Es gibt heute Morgen erst um 8 Uhr Frühstück. Ich lasse mir Zeit, da die Strecke heute nach Blankenheim-Dollendorf 76 km lang ist. Dabei ist es schon spannend, im Speisesaal 12 Kindern (6-10 Jahre) beim Frühstück zuzuschauen. Am Nachbartisch sitzen die 7 Väter und lassen es sich augenscheinlich entspannt munden. Das sieht alles nach einer gelungenen Vater-Kind Aktion aus.

Mit 2 Brötchen und Obst im Rucksack gehts auf regennasser Straße los. Bei der Abfahrt in den Serpentinen ist es ganz schön frisch (14 Grad), aber das wird wettgemacht bei dem Anstieg hoch auf den Vennbahnradweg. Nach einer Viertelstunde bin ich oben und froh, dass heute zum ersten Mal meine ärmellose Radfleece-Jacke von Vaude im Einsatz ist – und diese ziehe ich auch erst wieder bei Ilse und Herbert zu Hause in Dollendorf aus.

Diese Rastplätze am Radweg wiederholen sich an allen ehemaligen Haltepunkten – um 9 Uhr ist aber bei dieser Witterung noch kein Bedarf.

Der nächste Bahnhaltepunkt ist spannend. An der Straßenquerung gehts nach Belgien, der Bahnhof heißt Kalterherberg/D und Küchelscheid/B und hier beginnt eine parallele Draisinenstrecke auf 7 km bis Sourbrodt/B.

Die Wolken am Himmel ziehen schnell. Mal ist es hell, sonnig und warm, mal ist es zugezogen, dunkel und kühl. Der Gegenwind ist immer noch da und ich fange an, an den Armen ein wenig zu frieren. also ziehe ich meine Armlinge an und das ist dann schon angenehm. Aber es geht ja immer noch den Berg hinauf. Die 600 m Höhe ü. NHN sind bald erreicht. Hier hat auch eine besondere Rinderrasse ihr Zuhause.

Die Draisinenstrecke ist noch da
In Sourbrodt steht eine historische Gleiswaage
Freilichtmuseum am Croix Marquet

Nun geht es wieder etwas hinab und wieder hinauf in Richtung der Gleisharfe vor Waismes. Hier beginnt dann der RAVeL 45a auf der früheren Nebenstrecke in Richtung Deutschland. Und da will ich ja heute hin. Nach telefonischer Rücksprache mit Herbert kommt er mir auf diesem Radweg entgegen.

Ab hier ist auf einmal der Wind weg – nein er drückt mich voran.

Meine Pause lege ich in Höhe der Freizeitanlage Worriken in Bütgenbach ein. Hier waren wir schon oft im Rahmen der Fairplay-Tour zu Gast bei der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Das ist im Übrigen eine tolle Anlage mit Freizeitsee usw. Ich lasse es langsam angehen, da das Ziel heute bereits gegen halb Drei erreicht sein wird.

Die nächste Attraktion ist in Buchholz ein Dampflok-Wasserkran – und der höchste Punkt kommt noch.
100m vor der Grenze ist es dann soweit: 621m ü. NHN an der Wasserscheide

Ab der Grenze bin ich auf dem Kylltalradweg. Hier ist es nicht anders wie auf den vergangenen 12 Tagen. Der Borkenkäfer schlägt überall zu und der Fichtenbestand ist extrem gefährdet in Europa. Das ist schon bedenklich im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Die Kronenburg am Kronenburger See in NRW

Der Radweg wechselt hier die Landesgrenze hin und her zu RLP und NRW und dann ist Herbert schon in Höhe von Stadtkyll da und wir fahren gemeinsam über Nebenwege und kleine Straßen bis nach Dollendorf.

Hier werde ich von Ilse und der Hündin Mara begrüßt. Der Nudelauflauf mit Beilagensalat ist hervorragend. Herbert schlägt vor, dass wir noch einmal nach Vogelsang fahren – hier waren vor fast 10 Jahren mit der Fairplay-Tour zu Gast. Es ist ja noch ein bisschen Zeit bis zum Champions League Finale Paris – München.

Architektur der NS-Zeit – heute Vogelsang IP

Vogelsang liegt in der Nähe von Schleiden hoch über der Urfttalsperre und dem Rurstausee inmitten des Nationalparks Eifel. Er wird heute als internationaler Platz für Toleranz, Vielfalt und friedliches Miteinander entwickelt und ist Ausstellung, Kultur und Zentrum für Bildung.

Es sollte ab 1937 als eine Ordensburg des Regimes für die Rekrutierung von einer jungen neuen Führungsriege unter dem Titel „Bestimmung: Herrenmensch“ gebaut werden. Es ist nicht zur Fertigstellung gekommen – die Geschichte ist bekannt.

Neue Ausstellung im Adlershof
Beispiel für das, was sein sollte
Naturpark Eifel – ein sensationelles Panorama

 

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Pilgern … vom Winde verweht https://kajo-reiseblog.de/2020/08/22/pilgern-vom-winde-verweht/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/22/pilgern-vom-winde-verweht/#comments Sat, 22 Aug 2020 19:21:13 +0000 http://kajo-reiseblog.de/?p=1862 Heute Abend habe ich in der Jugendherberge in Monschau-Hargarten – es gibt auch noch eine unten im Tal – eine 11 Tagebilanz gezogen. Es sind mittlerweile 1099 gefahrene Kilometer und 7.435 Höhenmeter. Und es geht mir recht gut, auch wenn ich heute zwar nicht die längste Etappe, aber die mit den windigsten Umständen hatte. So […]

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Heute Abend habe ich in der Jugendherberge in Monschau-Hargarten – es gibt auch noch eine unten im Tal – eine 11 Tagebilanz gezogen. Es sind mittlerweile 1099 gefahrene Kilometer und 7.435 Höhenmeter. Und es geht mir recht gut, auch wenn ich heute zwar nicht die längste Etappe, aber die mit den windigsten Umständen hatte. So schlage ich den Bogen auf heute Morgen. Wir, mein Schwager Ali und ich sind bereits um 6 Uhr in Grevenbroich (unweit des Braunkohletagebaus) aufgestanden, kurz gefrühstückt und dann auf die Räder. Er hat mich entlang der Erft eine Dreiviertelstunde begleitet – vielen Dank für die Gastfreundschaft.

Pilgerweg im Auenwald an der Erft – sie fließt in Neuss in den Rhein

Der Pilgerweg führt durch Alt-Kaster, ein Mittelalterliches Kleinod an der Strecke – und hier schlafen noch alle um kurz vor Acht am Samstagmorgen. Mir ist übrigens bewusst, das dieses flache Teilstück bald zu Ende ist, und es dann von ca. 50 m ü. NHN auf zum Schluss 570 m über dem Meeresspiegel kontinuierlich hoch geht und es werden lange 124 km (8 Stunden Sattelzeit).

Stadttor von Alt-Kaster, Ortsteil von Bedburg
Der Weg ist der Richtige

Das mit der Steigung geht jetzt los und die vielen Windmühlen Kurbeln schnell, d.h. es ist starker Wind und der kommt von Westen – und der Aachener Dom liegt im Westen. Mir steht ab jetzt der Wind frontal im Gesicht und das über den ganzen Tag. In den Ortschaften gibts dann ein wenig verschnaufen, auf der Suche nach offenen Kirchen. Das fällt heute irgendwie aus, denn sie sind fast alle zu.

Weites Land – Das ist ein Teil unserer notwendigen Energiewende
Im Hintergrund das z.Zt. modernste Kohlekraftwerk – die Felder im Vordergrund sind rekultivierte ehemalige Abbauflächen

Die erste große Pause mache ich in Jülich nach zweieinhalb Stunden und mache eine Statio an der Zitadelle – sie ist im Stil der italienischen Hochrenaissance gebaut und steht sogar auf römischen Fundamenten. Heute ist hier ein Museum und das städtische Gymnasium beheimatet.

Zitadelle Jülich

Am Stadtausgang steht das Hexentor. Ob das am Tor stehende Kunstobjekt einen Bogen spannen soll?

Meine Strecke geht jetzt über das Indenland. Das sind tlw. neue Dörfer, die durch den Braunkohletagebau entstanden sind bzw. am Rande des Gebiets stehen. Hier mache ich „Windrast“ unter einer uralten Linde mit einem Wegekreuz. Auf der weiteren Strecke ist ein Gedenkstein installiert, der an das Dorf „Langweiler“ erinnern soll, welches in den 60er/70er Jahren umgesiedelt wurde.

Das ist mal ein netter Gruß – am „Lindenkreuz“
St. Martin – Pilgerkirche in Aldenhoven – die Orgel wird gespielt, aber der Organist hat sich wohl eingeschlossen

So langsam komme ich in die Städteregion Aachen und es geht durch viele Stadtteile von Würselen nahtlos nach Aachen ins Zentrum am Dom. Es ist Touri-Betrieb, als wenn die Zeiten normal wären. Für in den Dom hineinzukommen stehen die Menschen an. Im mogele mich bis zum Domschweizer, der mit Maske am Eingang den Zustrom reguliert. Er ist so nett und organisiert mir den Pilgerstempel bei den Kollegen. Seine Kontrollfunktion wird durch ein kurzweiliges Gespräch bereichert und dann habe ich auch schon meinen letzten Pilgerstempel für die Tour, da ich vermute, wenn ich in am Montagnachmittag in Trier ankomme, wieder alles zu ist.

Ein Ausschnitt der Dom-Architektur
Relief am gotischen Rathaus Aachen

Unweit des Domplatzes genehmige ich mir ein Weizen alkoholfrei und eine Gulaschsuppe. Heute braucht der Körper jede Menge Salze usw. und es sind ja erst 75 km geschafft. Um 14 Uhr gehts weiter und eine nette Dame auf einem Rad zeigt mir den besten Einstieg auf die Vennbahn. Diese alte Bahnstrecke wurde mit Belgien und Luxemburg zusammen zwischen dem Aachener Bahnhof Rothe Erde und Troisvièrges in Luxemburg zu einem der längsten Bahnradwege Europas ausgebaut (125 km). Ich bin die Strecke schon einmal mit der FairPlay-Tour mit 300 jugendlichen Radfahrern geradelt. Das war aber in der Woche. Heute am Samstag ist Rushhour zwischen Km 0 und meinem Ausstieg vor Monschau bei Km 47,5. Da ich bis Km 38,5 nur hochfahre und es schon Nachmittag ist, kommen mir die Meisten entgegen.

Raststätte am alten Bahnhof Raeren (Km 22) – hier gibts für mich das Eis

Es ist auch ein bisschen ein Freilichtmuseum am Radweg. Die alte Bahnstrecke verläuft in dem heute gefahrenen Bereich unmittelbar an der Grenze zu Belgien und es ist dann nur erkennbar, wenn, wie bei meiner Rast die Getränke und Speisen aus Belgien kommen. Ich genehmige mir nach 100 km noch zuckerhaltiges Wasser. Denn es geht noch ab Roettgen (Km 30) auf dem „RAVeL – 48“ von 400 m auf 570 m ü. NHN.

In Lammersdorf ist bei Bahn-km 38,5 die Höhe für heute erreicht und ich kann wieder über 20 km/h fahren. Das hat dann ein jähes Ende bei der Abfahrt Monschau. Es geht einen Km in Serpentinen runter und wieder einen nach oben und dann bin ich um viertel vor Sechs in der Jugendherberge. Die Küche hat noch eine Abendessen für mich und nach dem Duschen steht an der Ausgabetheke ein Salat und Spaghetti Bolognese an – hatte ich noch nicht auf der Tour. Radlerbier und Cola ist dann angesagt um den Blog weiterzuschreiben.

Das Höhenprofil des Vennbahn-Radweg

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Vom Ruhrgebiet zum Braunkohlerevier https://kajo-reiseblog.de/2020/08/22/vom-ruhrgebiet-zum-braunkohlerevier/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/22/vom-ruhrgebiet-zum-braunkohlerevier/#comments Fri, 21 Aug 2020 22:01:48 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/22/21-08-vom-ruhrgebiet-ueber-den-rhein/ Nach einem hervorragenden Frühstück bei Karin und Udo starte ich in Essen-Werden hinunter zur Ruhr. Es ist nach halb Neun und am Freitagmorgen ist Rudersport im leichten Nieselregen angesagt. In dem nächsten Stadtteil Kettwig ist Wochenmarkt. Eine schöne Altstadt lädt in den offenen Cafés zum verweilen ein – leider sind die Kirchen noch geschlossen. Mein […]

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Nach einem hervorragenden Frühstück bei Karin und Udo starte ich in Essen-Werden hinunter zur Ruhr. Es ist nach halb Neun und am Freitagmorgen ist Rudersport im leichten Nieselregen angesagt. In dem nächsten Stadtteil Kettwig ist Wochenmarkt. Eine schöne Altstadt lädt in den offenen Cafés zum verweilen ein – leider sind die Kirchen noch geschlossen.

Bismarck-Denkmal an der ev. Kirche am Markt
Abschied von der Ruhr

Mein Navitrack will mich über Treppen zur Brücke über die Ruhr lotsen. Das geht mit meinem Drahtesel nicht. Somit heißt es umkehren und über holpriges Kopfsteinpflaster zurück zur Kreuzung mit der RICHTUNG Düsseldorf. Nach dem Kreisverkehr in „Kettwig vor der Brücke“ geht es auf ca. 1,5 km von 50 hm auf 130 hm. Die Kühlung bringt bei morgendlichen 27 Grad nur der Nieselregen. Nach einer Stunde bin ich dann in Ratingen und hier erwartet mich ein Trauergottesdienst in der zentralen, die Altstadt dominierenden Basilika St. Peter und Paul mit der prägenden Turmspitze.

Eine schöne und pulsierende Altstadt am Freitagmorgen

In Richtung Düsseldorf gehts dann durch Schrebergärten und grüne Wiesen. Eine neue Begleiterin auf meinem Weg habe ich auch gefunden

Dann auf einmal bin ich schon mitten in der Landeshauptstadt und folge dem Pilgerweg durch die Altstadt bis zum Rheinufer. Leider sind hier die Pilgerstempel noch nicht zugänglich.

Am Rheinufer erwartet mich neben der mittlerweile gleitenden Sonne die Josefskapelle und auf dem Stiftsplatz St. Lamberts

Josefskapelle am Rheinufer
St. Laurentius mit Kunstobjekt auf einer Litfaßsäule

Ich fahre über die Rheinkniebrücke und verabschiede mich von dem rechtsrheinischen Ufer uns schwenke nach Süden im vollen Gegenwind bis nach Neuss.

Blick von der Rheinkniebrücke
Jakobus hält Wacht vor dem Neusser Münster

Die nächste Statio ist im Selikum. Hier wird in der Corneliuskapelle der gleichnamige Heilige verehrt.

Die kurze Brücke hat über 10% Steigung und natürlich Gefälle auf der anderen Seite – Mensch und Material sind gefordert
Die Kapelle steht in der Nähe des privaten Schlosses Reuschenberg. Es schließt sich hier ein ausgedehnter Wildpark am Camino an.

Durch Wälder und Auen folgt der Weg der dem Rhein zufließenden Erft und geht dann auf eine noch nicht ausgebaute Bahntrasse in Richtung Kloster Langwaden. Hier treffe ich dann gegen 14:30 meinen Schwager Alois; er leitet hier die Geschäfte des Zisterzienser-Ordens. In der Außengastronomie gibts heute für uns leckere Bratwurst mit Bratkartoffeln und die Spezialität Rhabarber-Weizen. Das zischt und die bisher gefahrenen 55 km sind fast vergessen (incl. Transfer nach Grevenbroich zu seiner Wohnung bin ich dann heute fast 70 km im Sattel bei 430 hm). Ich erhalte einen Überblick über die Produkte und Ruhepunkte in der Klosteranlage. Ein Highlight ist hier eine ortsspezifische Sonnenuhr.

Leider hatte sich die Sonne versteckt.

Der Bericht endet jetzt hier, da wir noch ein privates Programm geplant haben. Da wir das auch mit dem Fahrrad innerhalb der Stadt Grevenbroich machen, sei verraten, dass uns eine 10 minütige Regenschauer klatschnass macht und wir uns die Dusche hätten sparen können. Doch zum Abschluss noch Bilder des Kreuzweges im Kloster Langwaden mit der Interpretation der 15. Statio.

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Jakobsweg im Ruhrgebiet https://kajo-reiseblog.de/2020/08/21/jakobsweg-im-ruhrgebiet/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/21/jakobsweg-im-ruhrgebiet/#comments Thu, 20 Aug 2020 22:05:27 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/21/20-08-pilgern-im-ruhrgebiet/ Heute Morgen bin ich schon früh wach und dann starte ich ohne Frühstück bereits um 7 Uhr von der Ruhr wieder hoch zum Hellweg. der „Kaltstart“ funktioniert und ich bin nach 3,5 km auf der Billmericher Höhe (das waren dann schon mal 80 Höhenmeter). Hinab gehts in Richtung Dortmund. Da ich ja noch keinen Kaffee […]

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Heute Morgen bin ich schon früh wach und dann starte ich ohne Frühstück bereits um 7 Uhr von der Ruhr wieder hoch zum Hellweg. der „Kaltstart“ funktioniert und ich bin nach 3,5 km auf der Billmericher Höhe (das waren dann schon mal 80 Höhenmeter). Hinab gehts in Richtung Dortmund. Da ich ja noch keinen Kaffee usw. habe, ist wohl die nächste Gelegenheit zum Einkauf beim Bäcker Pflichtprogramm. In Holzwickede sind die Türen der Kirche noch zu und um die nächste Ecke ist ein Edeka mit angegliederter Bäckerei. Hier sind die Türen offen und der Bäcker hat mit den Schülern jede Menge zu tun. So bin ich auch mit einem Kaffee ToGo und einer Käse-Laugenstange sowie einem Micken dabei. Für alle die diesen landläufigen Begriff nicht kennen – es ist ein Einback. Da es immer noch ein wenig tröpfelt bei 20 Grad fällt die Pause an dem Bücherschrank von Innogy kürzer aus.

Die Tour geht trocken und ohne Gegenwind auf der Original -Pilgerroute und entlang der Emscher (Quellgebiet) hangele ich mich von Ort zu Ort. Die Strecke ist nicht linienförmig – nein – sie hat viele Haken und manchmal auch Ösen. Die Haken bedingen auch Umfahrung, die für Fußpilger kein Problem sind. Mit dem Fahrrad sind die kurzen Rampen durchaus schwierig und hakelig zu nehmen – es gibt viele 90 oder 180 Grad Kurven zu nehmen. Und ich habe immer noch keinen Muschelwegweiser gesehen.

Querend des Westfalendamms
In Dortmund-Maßen ist es dann soweit – aber die Kirchen am Weg sind zu.

In Dortmund in der Stadtmitte soll das alles anderst werden – oder? St. Reinoldi als zentrale Kirche in Dortmunds Stadtmitte ist zu. St. Marien und die Propsteikirche sind auch zu bzw. Baustellen. In St. Petri werde ich dann bei dem freundlichen Herr der ev. Gemeinde erlöst. Ein englischsprechendes Paar bewundert meine Pilgertour und wünscht mir „Good luck“.

St. Reinoldi
Ein Bauarbeiter lässt mich in St. Reinoldi rein und hier sind die Apostelbrüder Johannes und Jakobus

Die nächste Statio ist am Haus Dellwig in „klein“ Lütgendortmund. Es handelt sich um ein Wasserschloss aus dem 12. Jahrhundert – heute ist u.a. ein Heimatmuseum untergebracht.

Auf einmal stehe ich mitten in Bochum – das ist Ruhrpott: die Städte gehen hier fast nahtlos ineinander über – und bei den Haken geht der Kompass der Orientierung hin und her.

Christuskirche in Bochum

Es ist Mittagszeit und die bei Kamps erworbenen Teilchen werden mit hervorragendem Wasser an der Kirche der Kulturen vertilgt. Mit einem Telefonat verabrede ich mit Udo – DLV Vermesserkollege und heutiger „Herbergsvater“ in Essen-Steele am Ruhrradweg.

Ein bisschen Zechenkultur liegt auch auf dem Weg. Die Bochumer Jahrhunderthalle formt sich um Industriedenkmäler.

Mittlerweile ist der pilgerweg auch mit einem Zeichen der Diözese Essen ergänzt. In Wattenscheid finde ich eine interessante Kirche.

St. Maria Magdalena von außen
St. Maria Magdalena von innen – katholisch geht auch anders
Autofahrerkapelle St. Bartholomäus mir Raststelle für Jakobspilger – links ist die Figur des Jakobus
Kapelle in Sevinghausen, Bochum-Wattenscheid

Kurz danach will ich rasant den Hügel nach Essen-Steele runtersausen, sehe ich doch im Augenwinkel ein Schild unter einer Linde.

In Steele stelle ich in St. Laurentius wieder fest, dass Kirche leben und Feinde erleben so einfach ist.

Kruzifix in St. Laurentius

Von Steele – hier steht für heute die letzte knackige Steigung an – geht nach dem obligatorischen Eis vom Italiener hinab an die Ruhr zum Treffpunkt mit Udo. Er ist von Essen-Werden am Baldeney-See mit dem Rad entgegengekommen. Nach einer Cola und einem Erdinger Alkoholfrei starten wir nach Werden. Unterwegs gibt es trotz des Gegenverkehrs jede Menge Informationen über das, was wir bei Tempo 20 so sehen.

Am Stausee

In Werden sind die meisten Kirchen auch geschlossen, aber es ist schon eine beeindruckende Vielfalt. Hier steht mit der romanischen Kirche St. Lucius die im 10. Jahrhundert erbaute älteste Pfarrkirche nördlich der Alpen.

Folkwang Universität der Künste im Schatten von der St. Ludgers Basilika

Nach 84 km und doch über 600 Höhenmetern treffen wir bei Udo zu Hause ein und Karin begrüßt uns. An dem vermutlich heißesten Sommerabend 2020 mit über 28 Grad um Mitternacht grillen wir bei wunderbaren Salaten Buttersteaks, Hähnchenbrust und Bauchspeck. Damit das Ganze auch gut verdaut werden kann, gibts als Nachlese zum Weizenbier noch einen Absacker „Alte Marille“.

 

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Auf dem alten Handelsweg https://kajo-reiseblog.de/2020/08/20/auf-dem-alten-handelsweg/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/20/auf-dem-alten-handelsweg/#respond Wed, 19 Aug 2020 22:03:05 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/20/19-08-auf-dem-hellweg-nach-unna/ Heute stehen bis auf die Fahrt zur Unterkunft von Unna nach Fröndenberg an der Ruhr kaum Herausforderungen mit Steigungen an. Der prognostizierte Wind fehlt um 7:30 Uhr auch noch. Die Strecke ist bis auf ganz wenige Teilstücke mit dem sehr gut ausgeschilderten Jakobsweg identisch und fast ausschließlich bituminiert. Es sind ganz viele Wirtschaftswege, die manchmal […]

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Blickfang am Wegesrand

Heute stehen bis auf die Fahrt zur Unterkunft von Unna nach Fröndenberg an der Ruhr kaum Herausforderungen mit Steigungen an. Der prognostizierte Wind fehlt um 7:30 Uhr auch noch. Die Strecke ist bis auf ganz wenige Teilstücke mit dem sehr gut ausgeschilderten Jakobsweg identisch und fast ausschließlich bituminiert. Es sind ganz viele Wirtschaftswege, die manchmal seltsam abgesperrt sind.

Mein Koga passt mit Fähnchen drunter durch

In Salzkotten treffe ich auf die alte Salzstraße. Eine historische Ölmühle und ein Gradierwerk zur Salzgewinnung sind hier ein öffentliches Freilichtmuseum.

Weiter gehts nach Geseke zum ehemaligen Damenstift und dem Hl. Cyriakus geweihten Kirchenbau aus dem 12. Jahrhundert. Den Stempel gibts im Pfarrheim. Das ist auch gut so, denn ich benötige dringend eine Toilette. In Zeiten von Corona sind da natürlich die Personalien erforderlich – ein nettes Gespräch inclusive.

Hier lohnt sich aber auch noch eine Tour durch den kleinen Ort .

Apropos Corona und Seuchen. An der nächsten Wegekreuzung stand im 15. Jh. eine Jakobus-Kapelle und bis 1700 ein Seuchenhaus. Aus diesem Grunde heißt dieser Platz heute „An der Seuchenlinde“. Ja, es gibt Dinge, die kommen immer wieder und stehen später in den Geschichtsbüchern unsere Ur-Ur-…Enkel.

In dem kleinen Ort Bökenförde holt mich das Thema Marienwallfahrt ein. „Haben Sie eine kleine feine Kirche entdeckt?“ fragt mich eine Mitarbeiterin der Gemeinde. Ja das ist so. St. Dionysius ist ein Beispiel, wie ein Pfarrer in Verbindung mit seiner Gemeinde ein Highlight in der Provinz schafft ohne das der „Wallfahrtskult“ überhand nimmt. Hier ist ein Gnadenbild der „Mutter der göttlichen Gnade“ in schlichtester Form mit modernen Kunstwerken ausgestellt. Ein paar Beispiele in den folgenden Bildern.

Der Innenraum
Die Marienstatue aus dem 12. Jahrhundert aus Lindenholz
Kirchenfenster
Kunstwerk

Es geht weiter und alle 5 km gibt es neue Eindrücke. In Bad Westernkotten ist Kurbetrieb mit Salz-Gradierwerk und einer tollen Parkanlage. Da ich noch 80 km vor mir habe begrenze ich die Zeit auf eine paar Fotos und die obligatorischen Backteilchen für die Mittagsrast.

Bruno und Brunhilde am Kurhaus
Wie in einem Rhönrad
Salz-Gradierwerk mit Kurgästen

In Erwitte steht das heute für Privatevents genutzte Schloss Landsberg und die mächtige Kirche St. Laurentius – wieder ein Stempel.

Windmühle als privates Haus in Schmerlecke

Nach rund 60 km sitze ich auf dem Kirchplatz der die Stadt dominierenden Kirchen St. Patrokli und St. Petri (ev.) und dem Stadtpatron St. Patroklus am alten Stadthaus. Leider ist das nicht wirklich entspannend, Cola, Wasser und Teilchen mit den überall anwesenden Wespen zu teilen – die wollen alles! Deshalb fällt die Pause kurz aus und es geht weiter in Richtung Werl und Unna.

St. Patrokli
St. Petri mit Brunnen
… in St. Petri – genial und vergänglich

In vielen Orten tauchen die Straßennamen „Hellweg“ – „An der alten B1“ – „Alte Heerstraße“ auf.

Straße in Ostönnen nahe Werl

Nach Ostönnen folgt in der logischen Folge Westönnen. Das merke ich auch an den ständigen Wind aus Südwest. Da muss ich mich wohl bis Aachen daran gewöhnen.

Ein interessanten Fenster in St. Cäcilia in Westönnen

In der Wallfahrtsstadt Werl ist diese traditionelle religiöse Form der Verehrung an einem Brunnen treffend dargestellt.

Die Fahrrad-Tour ist eher unspektakulär. Irgendwann hat mich dann doch das trockene Kettenzirpsen genervt und dann in Werl ein wenig Kettenöl verabreicht. Es sind ja auch mittlerweile fast 800 km seit dem Start absolviert. Die Wallfahrtskirche in Werl hake ich schnell ab – dieser klassische „Katholische Kult“ ist nicht mein Ding – aber jedem das Seine.

Eine für mich schöne Kreuzigungsgruppe mit dem besonderen Moment in St. Kunibert in Werl-Büderich

Während Büderich 3 km weiter ist als Werl kommt Holtum bereits 1,5 km nach Büderich. Die Schlagzahl der besonderem Moment nimmt zu. Ich stehe an der „Meditationskirche Holtum“, die St. Agatha geweiht ist. Seit 2019 verkündet ein goldener Engel auf der Kirchturmspitze die frohe Botschaft. Aber wo ist das Besondere? Im Inneren empfängt mich ein Spruch auf einem Prospekt:

Herzlich willkommen in einer besonderen Kirche!

Mit dem interaktiven Bildschirm (für alle Altersgruppen geeignet) suche ich mir das Thema „Freude“ aus und in einer kurzen Sequenz (10 min) kommt aus den Kirchenlautsprechern Musik und gesprochene meditative Texte. Die Kirche wird parallel zu dem Thema individuell ausgeleuchtet und zum Schluss singt eine Sopranistin, begleitet mit Gitarrenmusik, eine moderne Form des Liedes „Lobe den Herren“ mit vier Strophen. Die Zeit verging wie im Flug.

Es wäre schön, wenn wir in unseren Kirchen und religiösen Kreisen mehr Offenheit für das Andere, das Neue, das Interessante, das andere Alte finden und suchen – ich glaube das kann ansteckend sein.

Meditationskirche St. Agatha

Nach 100 km sitze ich im Aussenbereich des Café Extrablatt im Zentrum von Unna vor den Toren Dortmunds. Die evangelische Stadtkirche ist zwar vollständig eingerüstet aber offen. Ein interessantes Gespräch zum Thema Jakobsweg mit der Dame am Infostand rundet den Tag ab – der Stempel ist auch gesichert.

Marktplatz

Mit der Kontaktaufnahme zum airbnb Zimmer in Fröndenberg melde ich mich bei Samuel an. Ich gönne mir zwei Weizen Af und eine Lasagne (es ist ja auch schon 17:30 Uhr). Das passt dann auch für die nächsten 5 km Anstieg bis zum Bismarckturm – von 90 auf 200 m – um dann noch 3 km beraub bis zur Ruhr.

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Bergfest der Pilgerreise in Höxter https://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/bergfest-der-pilgerreise-in-hoexter/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/bergfest-der-pilgerreise-in-hoexter/#comments Tue, 18 Aug 2020 21:57:24 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/18-08-die-camino-rundfahrt-nach-711-km/ Am gestrigen Abend bin ich wegen des Regens direkt in die Pilgerherberge von Karin gefahren. Die Runde durch die Stadt steht heute Morgen nach dem Früstück an. Bei Marmelade, Käse, selbstgebackenen Dinkelbrötchen und Ziegenmilch im Kaffee und interessanten Gesprächen verstreicht die Zeit wie im Flug und ich eG verabschiede mich gegen 8:30 Uhr. Da es […]

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Rathaus in Höxter

Am gestrigen Abend bin ich wegen des Regens direkt in die Pilgerherberge von Karin gefahren. Die Runde durch die Stadt steht heute Morgen nach dem Früstück an. Bei Marmelade, Käse, selbstgebackenen Dinkelbrötchen und Ziegenmilch im Kaffee und interessanten Gesprächen verstreicht die Zeit wie im Flug und ich eG verabschiede mich gegen 8:30 Uhr. Da es ja heute auf dem Jakobsweg nach Paderborn „nur“ ca. 62 km sind schaue ich mir die Fachwerkstadt an. Das, was renoviert ist, sieht sehr gut aus, aber es gibt noch ausreichend viel „Unterhaltungsstau“ (O-Ton in der Grundstücks- und Gebäudebewertung). In der ev. Pfarrkirche St. Kilian starte ich mit dem 1. Tagesstempel und dann gehts auf die Strecke. Diese verläuft heute auch sehr oft auf oder in der Nähe der Originalstrecke. Das bedeutet damit aber auch jede Menge Höhenmeter – am Ende sind’s 770 m bei 65 gefahrenen Kilometern.

Pilgerrast in der Nähe von Ovenhausen

Ich nutze den Stopp und schalte meinen MP3 Player ein – Taizé Musik und diese startet mit „Psallite Deo“ …

Ein Skulptur am Jakobsweg in Lütmarsen

Nach ca. 15 km habe ich die erste „Bodenwelle“ von 100 m auf 330 m hinter mir und steige auf die „Modexer Warte“ hoch. In dem Turm sind ganz steile Holztreppen installiert, aber die Aussicht ist nach der Anstrengung toll und weit.

Teil der Brakeler Landwehr aus dem 14. Jahrhundert

Wenn ich geglaubt habe, dass ich im Hunsrück auf dem Ausoniusweg alle steilen Anstiege hinter mir gelassen habe, dann habe ich wohl geirrt. Im Band 8 des LWL-Verlag für die Jakobswege in Westfalen steht auf dieser Etappe der Hinweis für Radfahrer, dass Teilstücke des Originalweges über 15% Steigung haben und man soll hier dann parallel auf die Straße wechseln; hoffentlich habe ich das bei der Planung berücksichtigt.

An der Kirche St.Michael in Brakel interessiert sich ein Einheimischer über meine Tour.

Nach dem Pilgerstempel und einer Rundfahrt durch die schönen, von Fachwerkhäusern gesäumten Straßen mit einem interessanten Brunnen entschließe ich mich, von km 20 noch weiter bis km 35 nach Bad Driburg weiterzufahren, um hier eine längere Pause einzulegen.

Rathaus mit Marktplatz und Brunnen in Brakel

Die zweite Welle steht an – aber von Brakel auf die Emderhöhe über einen nassen Waldweg ist es nicht weit, aber steil. Und die Forstarbeiter haben viel zu tun mit dem Holzfällen der vertrockneten Fichten. Der Weg ist damit auch schwierig befahrbar, da viele Rindenreste rumliegen und die schweren Geräte Spuren hinterlassen.

Aber es kommt später noch besser. Auf der Höhe bin ich bei 295 m ü. NHN angekommen und kann jetzt in Ruhe auf der Kreisstraße bei wenig Verkehr bergab fahren. Die Hinweisschilder zeigen 3x 10% Gefälle – es geht auch rasant mit meinen schweren Gerät bergab. Ich behalte die Höchstgeschwindigkeit für mich, da ich sonst vielleicht die gelbe Karte gezeigt bekomme (5.. km/h).

Bad Driburg von dem Aussichtspunkt an der Ruine Iburg (380m ü. NHN)

Pünktlich und im Zeitplan sitze ich gegenüber einer Eisdiele an der „Langen Straße“, die durch die Bäderstadt schnurgerade hindurchführt. Es ist die alte Handelsstraße auf dem Hellweg und der Jakobsweg folgt diesem Weg seit Jahrhunderten. Beim Metzger erstehe ich ein warmes Schnitzelbrötchen und ich habe ja auch noch ein Dinkelbrötchen und Kaffee ToGo von Karin‘schen Frühstück als Wegzehrung dabei. Der Rewe nebenan hat kühle Cola und der Liter wird für später halbiert. Zur Besonderheit dieser Stadt gehört natürlich erwähnt, dass hier seit dem Mittelalter eine florierende Glasindustrie entstanden ist – ein Museum zeigt hier am Ort die geschichtliche Entwicklung.

Teil der Toranlage aus dem 14. Jahrhundert – Burg Iburg

Der Jakobsweg führt unweigerlich über diesen Berg. Aber wenn ich gewusst hätte, was von der Burg Rest ist…

Zum ersten Mal steht schieben an. Das Ding ist verdammt schwer bei über 15% Steigung. Es sind nach Navi ca. 300m, aber ich halte 2x inne. Ich glaube auch der Wanderer mit Rucksack macht hier Zwischenhalte.

Auf dem „Gipfel“ bei 425 m

Jetzt sind die Höhen geschafft und es geht auf dem Pilgerweg bergab. Als Hindernis neben einem chaotischen Untergrund aufgrund der Waldarbeiten tauchen noch neue Hindernisse auf.

Die Maschine hat 6 Achsen und 12 Räder.
Es ist nur ein Beispiel des überall sichtbaren Baumsterbens

Die nächsten Statio‘s sind in Schwaney (45 km) und Dahl (53 km). In Schwaney zeigt der Pilgerstempel den Hl. Jakobus und benennt den westfälischen Jakobsweg von Höxter nach Bochum.

St. Johannes der Täufer in Schwaney

Kurz vor Paderborn weist die Jakobsmuschel den Weg.

In Paderborn fahre ich direkt zur Unterkunft „Michael“. Nach dem Check-in und Dusche gehts zuerst zu Fuß in die Stadt. In einem kleinen Rundgang komme ich an den wesentlichen Sehenswürdigkeiten vorbei, wovon ich hier jetzt nur das Rathaus und den Dom im Bild zeige und das Jakobuszentrum.

Altes Rathaus
Dom mit Museum im Vordergrund

Morgen gehts weiter auf dem Hellweg bis vor die Tore Dortmunds auf ca. 103 flachen Kilometern- aber da ich gegen Westen fahre, wird auch der Gegenwind wie heute wieder einer meiner „Gegner“ sein.

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Von Kassel zum Weserradweg https://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/von-kassel-zum-weserradweg/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/von-kassel-zum-weserradweg/#comments Mon, 17 Aug 2020 22:02:31 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/18/17-08-2-tag-der-kulturroute-nach-hoexter/ Heute Morgen stehe ich vor dem Wecksignal um 6:15 auf – leichte Regentropfen werden vom Wind gegen die Fensterscheiben geweht. Die App prophezeit dies auch für die nächsten 90 Minuten. Ich packe das Fahrrad und parallel läuft der Kaffee in der Maschine durch – auch für einen ToGo in der Thermosflasche. Den Tipp von Frank […]

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Überquerung der Fulda in Kassel

Heute Morgen stehe ich vor dem Wecksignal um 6:15 auf – leichte Regentropfen werden vom Wind gegen die Fensterscheiben geweht. Die App prophezeit dies auch für die nächsten 90 Minuten. Ich packe das Fahrrad und parallel läuft der Kaffee in der Maschine durch – auch für einen ToGo in der Thermosflasche. Den Tipp von Frank und Ulli beherzige ich und kaufe beim REWE-Bäcker zwei Brötchen und meinen geliebten Einback. Der Regen ist nicht zu stark, sodass ich ohne Anorak unterwegs bin und bereits nach einer Stunde vor meinem Zeitplan im 20er Schnitt an der Schleuse Wahnhausen binHeute Morgen stehe ich vor dem Wecksignal um 6:15 auf – leichte Regentropfen werden vom Wind gegen die Fensterscheiben geweht. Die App prophezeit dies auch für die nächsten 90 Minuten. Ich packe das Fahrrad und parallel läuft der Kaffee in der Maschine durch – auch für einen ToGo in der Thermosflasche. Den Tipp von Frank und Ulli beherzige ich und kaufe beim REWE-Bäcker zwei Brötchen und meinen geliebten Einback. Der Regen ist nicht zu stark, sodass ich ohne Anorak unterwegs bin und bereits nach einer Stunde vor dem Zeitplan im 20er Schnitt an der Schleuse Wahnhausen bin. Mittlerweile ist es trocken geworden und der Verkehr mit bepackten Radgruppen nimmt zu.

Werbung zur Fahrrad-Rast an der Fulda

Wegen einer Baustelle am Radweg werde ich in Wilhelmhausen umgeleitet und sehe diese kleine unscheinbare ev. Kirche. Die Eingangstür ist offen – genau so wie das Motto im Schaukasten(s.u.). Ich gehe hinein, verweile etwas und der 1. Tagesstempel ist bei km 30 gesichert.

Romanische Marien-Basilika Wilhelmshausen (ca. 1145)
Offene Kirche an Fulda und Oberweser

Der nächste Halt mit Frühstückspause erfolgt dann nach 35 km in „Hann. Münden“ an der Mündung von Fulda und Werra. Der Kaffee und die Brötchen mit Minisalami vom Aldi tun gut. Als Nachtisch der Hefeeinback und getrocknete Apfelschnitts von Zuhause.

Dieser Ort hat eine besondere Tradition, da hier die Fulda und Werra sich vereinen und der Fluß Weser entsteht. Hierzu wurde unter einem uralten Kastanienbaum ein Gedenkstein mit dem Text des Weserlied errichtet.

Wo Werra sich und Fulda küssen Sie ihren Namen büssen müssen. Und hier entsteht durch diesen Kuss Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.
Eine interessante Botschaft

Bevor ich im Kloster Bursfelde einen Stopp einlege (mit Pilgerstempel) sehe ich am Wegesrand diese interessante Traktor-Skulptur.

Das Kloster Bursfelde liegt am Pilgerweg Loccum – Volkenroda mit angegliederter Herberge. (www.loccum-volkenroda.de) Es ist mit seiner über 900 Jahre alten Kirche ein geistliches Tagungszentrum der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

…ich komme an – ich suche mir einen platz und verweile – hier darf ich sein mit allem was ich mitbringe – ich breche wieder auf…
In der Marienkapelle

An der Weser tun noch viele Fähren ihren Dienst. Eine besondere unter den Gierseilfähren verbindet die Ufer bei Wahmbeck – für mich ist das heute bei 70 km. Ich liege gut in der Zeit, da es am Ende doch 113 Tageskilometer mit einem Schnitt von 18,7 km/h werden. Das sollte sich dann auch auszahlen.

Gierseilfähre

 

Das barocke Bad Karlshafen beeindruckt mich nicht so sehr, aber der ortsansässige Metzger bietet als Tagesgericht ab 11:30 Uhr „Hackbraten mit Salzkartoffeln und Wirsinggemüse“ für 6 € an; das lasse ich mir nicht zweimal sagen und mit Maske bewaffnet ergattere ich noch für 2 € ein Bitburger Radler af. Das ist bei 80 km und 12:30 Uhr genau das Richtige.

Premium Mittagstisch im Länderdreieck Hessen-NRW-Niedersachsen

Nach weiteren 30 km bin ich gegen 14:30 Uhr am Ziel in Höxter und seinem Weltkulturerbe Schloss Corvey angekommen. Der „Schlosswächter“ verweist mich mit meinem Packesel zum Radler Parkplatz. Da dieser ohne Aufsicht ist und das Schlossgespenst kein Erbarmen zeigt werden meine Radtaschen und der Packsack mit Seilschlössern durch die Felgen „gesichert“. Nachdem ich meine Eintrittskarte erworben habe nehme ich kurz mit meiner Herberge Kontakt auf und Karin meldet, das sie nach 16 Uhr zuhause ist. Der Rundgang ist vorgegeben, d.h. Kirche, Friedhof und dann das Schloss. In der Kirche erhalte ich dann auch meinem Pilgerstempel (für stolze 9,50 € Eintritt) und auf dem Friedhof finde ich auch das Grab von Hoffmann von Fallersleben.

St. Vitus (ab 1667) – erste Klosterkirche ab 822
Der Dichter des Deutschlandliedes und bekannter Kinderlieder

Mit Blitz und Donner und einsetzendem starken Regen flüchte ich in die Kirche und schaue mir in der nächsten guten Stunde das Schloss an. Da war ich ja froh, dass ich heute ein bisschen auf das Tempo gedrückt hatte – just in time.

In leichtem ausklingenden Nieselregen wurde ich von dem schön unter einem Dach sitzenden „Hausherr“ verabschiedet mit den Worten: „gute Weiterfahrt“. Na gut. Das Fahrrad stand noch mit allem da und nach kurzer Zeit konnte ich die 2 km zur Herberge in der Altstadt auf mich nehmen.

Modell des Klosters
Schloss Corvey im Modell

Bei Karin hatte ich einen herzlichen Empfang und konnte als erster Pilger 2020 das Gästezimmer beziehen. Sie hat den Altbau in 8 Jahren renoviert und mit eigenen Ideen gestaltet. Es gibt hier schon einige Schätzchen zu bewundern. Ihr Dalmatiner (1/2 Jahr) und ich gehen mit längerer Gesprächsdauer immer vertrauensvoller miteinander um. Die Einladung zum Abendbrot schlage ich nicht aus und Bio-Roséwein aus der Pfalz tauschen wir viele Gedanken zum Pilgern und über Gott und Welt aus.

Das gemeinsame Frühstück haben wir für 7:30 vereinbart, sodass ich morgen um 8 Uhr bei ca. 19 Grad in Richtung Paderborn starten kann. Es ist gutes Wetter bei 25 Grad gemeldet.

Im BuGa Gelände in Kassel

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Kulturreise auf dem Fuldaradweg https://kajo-reiseblog.de/2020/08/16/kulturreise-auf-dem-fuldaradweg/ https://kajo-reiseblog.de/2020/08/16/kulturreise-auf-dem-fuldaradweg/#respond Sun, 16 Aug 2020 21:45:52 +0000 http://kajo-reiseblog.de/2020/08/16/so-16-08-tag-1-der-kulturroute-an-der-fulda/ Das war ein tolles Frühstück und ich war erster in der Schlange. Denn ich wollte ja schon nach Zeitplan um 7:30 starten – aber das Frühstücksbuffet öffnete erst zur gleichen Zeit. Ok das ist ja kein Problem bei heute anstehenden 128 km. Die Mini-Thermoskanne fülle ich mit Kaffee und dann komme ich um 8 Uhr […]

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Jugendherberge Fulda

Das war ein tolles Frühstück und ich war erster in der Schlange. Denn ich wollte ja schon nach Zeitplan um 7:30 starten – aber das Frühstücksbuffet öffnete erst zur gleichen Zeit. Ok das ist ja kein Problem bei heute anstehenden 128 km.

Es fehlt auf dem Bild das Rührei.

Die Mini-Thermoskanne fülle ich mit Kaffee und dann komme ich um 8 Uhr weg – den Berg hinunter in die Nebelsuppe. Das hält sich dann auch fast bis 10 Uhr, sodass ich bis dahin schon fast 40 km geschafft habe (es wird heute ein Schnitt von 19,6 km/h lt. Auswertung sein). Unterwegs sehe ich vermehrt Läufer – und denke an meine Sonntagsläufer von der TG. Diese sind für ca. 1,5 – 2 Stunden seit 8:30 unterwegs – ich bin bald wieder dabei!

Ich fahre in den Ort Niederaula – dort gibt es eine kleine alte ev. Kirche – sie liegt nach den Infos an der Luther-Pilgerroute. Nebenan im Garten Predigt gerade die Pfarrerin sodass ich es wage hineinzugehen und mir den Stempel in den Pilgerpass zu drücken. Mittlerweile singt die Gemeinde ein mir nicht unbekanntes Lied (?) und dabei studiere ich die Einträge im beiliegenden Pilgerbuch.

Vielleicht ist es Fügung – durch diese Pause treffe ich auf dem Radweg nach Bad Hersfeld den Weltenbummler Uwe aus Basel. Ich passe mich an sein etwas gemächlichere Tempo an und es gibt bis zum Festspielhaus vieles zu erzählen. Er will heute noch nach Eisenach und weiter nach Polen – da er auch im Ruhestand ist lässt er sich bis zur Rückkehr nach Basel bis Oktober Zeit – und mit Zelt im Gepäck und ein bisschen wärmeren Klamotten ist das kein Problem, sagt er. Auf den vielen Reisen in den letzten 20 Jahren – er ist ungebunden – war er u.a. in Japan, Südkorea, Australien im Outback, Peru usw. und hat immer sein Fahrrad und seine 4 Taschen mit dabei – alles Handgepäck – sagt er verschmitzt, insbesondere wichtig für die deutschen Zugkontrolleure! Es ist alles reduziert auf das Wesentliche – da kann ich ja für meine Compostela-Tour irgendwann nach Corona einiges lernen. Wir tauschen im Park am Festivalgelände die Kontaktdaten aus und verabschieden uns.

Uwe im Gespräch vor den Schlossruinen Bad Hersfeld
Eine schönes Zeichen in Corona-Zeiten

Jetzt bin ich immer noch weit hinter dem Zeitplan hinterher. Heute Abend möchte ich ja doch in etwa pünktlich an meiner gebuchten airbnb von Frank in Berghausen vor den Toren Kassels ankommen – bis auf 5 Minuten klappt das auch.

Rotenburg an der Fulda

Hier kann ich von den nächsten Erlebnissen erzählen. Es ist mittlerweile heiß und die bisherigen 75 km sind schon merkbar. Ich weiß jetzt auch warum die Handgelenke schon wieder Ärger machen. Die Griffe mir den Lenkerhörnchen müssen anders eingestellt werden – verschiebe ich auf heute Abend da der Inbussatz in der Seitentasche ist und ich jetzt lieber meine Mittagsrast einlege – es ist genau 13 Uhr. Wo bekomme ich jetzt eine kalte Flasche Cola her – Herbert sagt immer: „Trink Cola, das ist wie Doping, aber ohne Doping“. Ok. Das obligatorische Eis fällt aus, dafür gibts beim Eisverkäufer 1,25 Liter Cola für stolze 5 € – bei diesem Preis fallen die Eisbällchen hinten runter.

Bei meiner kurzen Rast werde ich von einem radfahrenden Ehepaar über meine Tour und die Beweggründe angesprochen. Ich händige ihnen meine Visitenkarte mit der Blogadresse aus und ich grüße Sie dann später bei der Vorbeifahrt zum Abschied.

Fachwerkhäuser in Rotenburg

Bei der Vorplanung habe ich das nächste Highlight entdeckt. Es handelt sich um eine Fußgänger / Radfahrer „Fähre“ bei Binsförth mit Muskelkraft. Ich treffe hier mit zwei jungen Radfahrern ein, die mir seit Rotenburg im ähnlichen Tempo folgen. Das „Fährmann hol über“ fällt hier aus.

Ohne Kurbeln ist kein vorankommen!
Am Anfang gehts abwärts- die letzten 5 Meter sind dann schwerer!

Die Jungs verabschieden sich später von mir in Melsungen. Hier ist auch wieder Fachwerk angesagt. Es ist halb 4 am Nachmittag und Zeit für ein Essen. Mit 2 alkoholfreien Weizen gibts im Aussenbereich des Ratskeller (historisches Rathaus laut Reiseführer) Hähnchen Curry auf Indisch und interessante Fragen und Gespräche mit Gästen an den benachbarten Tischen. Ein Anruf bei Frank (airbnb) ist erforderlich weg. der Ankunftszeit – das passt zum Schluss auf 5 Minuten.

Das war dann allerdings noch ein Kraftakt, denn ich muss noch 2x von 150 m auf über 200 m – das Rauf und Runter nach über 110 km ist mit dem Lastesel schon schwer – aber ich habe ja noch Cola in meinen halb Liter Flaschen gebunkert. Nach dem letzten Anstieg quere ich noch einmal die Fulda auf die rechte Seite.

Die Fulda bei Fuldabrück-Berghausen

Einen herzlichen Empfang mit Abstand gibts bei Frank und Ulli. Im Dachgeschoss mache ich es mir gemütlich, dusche , entspanne und dann wird auf Einladung noch auf der Terrasse gegrillt (all incl.!) Cola und Radler und ein richtiges Bier sorgen für das Auffüllen des Wasserhaushalts. Wir tauschen interessante Dinge im Beisein von einem 1 jährigen Schäferhund aus – meine Scheu vor Hunden lässt nach. Mit Tipps für den Bäcker in der Nähe für Morgen in der Frühe verabschiede ich mich.

Mein fast täglicher abendlicher Anruf bei meiner Frau Marliese folgt. Sie gibt mir noch den Tipp die eingestellten Berichte auf Tippfehler zu untersuchen- dieser automatische Vorschlag auf dem iPad ist auch ganz gefährlich – ist mittlerweile so weit korrigiert. Im Weiteren begleitet mich Herbert auch telefonisch. Das ist gut so, kann ich doch auch hier wichtige Dinge zum Radfahren von einem überaus versierten Vielradfahrer erfahren. Und schließlich bin ich ja bei der letzten Übernachtung in Dollendorf (in der Nähe von Jünkerath) bei Ilse und Herbert zu Gast.

Das passt auch irgendwie zu meiner Tour (im Kloster Morschen an der Fulda)

 

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